Tiefseeforscher

Prof. Dr. Michael Türkay
Prof. Dr. Michael Türkay

Stellvertretender Direktor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Leiter der Abteilung Marine Zoologie und aktiver Tiefseeforscher

Mein Forschungsinteresse gilt der Megafauna, d. h. den großen Organismen am Meeresboden, die mit Netzen gefangen oder mit Videokameras beobachtet werden können. Solche großen Tiere sind in der Tiefsee eher selten. Aufgrund der Nahrungsarmut überwiegen kleine und kleinste Organismen mit schneller Generationenfolge. Die großen dagegen müssen oft weite Strecken wandern, um zu absinkenden Nahrungsbrocken zu gelangen. Will man sie einigermaßen repräsentativ erfassen, muss man große Strecken abfischen. Ein solcher Fang in 5000m Tiefe dauert etwa 13 Stunden und ist aufgrund dessen sehr aufwändig. Es wundert daher kaum, dass bisher nur wenige Informationen über solche Tiere existieren.

Mein Spezialgebiet sind die Krebse und Krabben, die in Tiefseefängen zu den auffälligen Erscheinungen gehören. Diese Tiergruppe ist sehr vielgestaltig und kommt in allen Lebensräumen vor. Sie hat aber ihren Verbreitungsschwerpunkt im Meer.

Wissenschaftlicher Werdegang:

  • Studium, Promotion, Habilitation: J. W. Goethe-Universität Frankfurt a. M.
  • 1964 – 1974: Freier Mitarbeiter in der Crustaceensektion des Forschungsinstitutes Senckenberg
  • 1974 – 1976: Hilfsassistent an der Crustaceensektion
  • Seit 1967: Wissenschaftliche Arbeiten an dekapoden Crustaceen parallel zum Studium an der J. W. Goethe-Universität
  • Seit 1976: Leiter der Crustaceensektion
  • Seit 1989: Abteilungsleiter Zoologie II (heute Abteilung für Marine Zoologie)
  • Seit 1997: Vertreter des Direktors
  • Seit 2007: Direktoriumsmitglied der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Personalleiter

Weblinks:

Dr. Nils Brenke
Dr. Nils Brenke

Wissenschaftlicher Mitarbeiter / ProjektleiterTiefseeforschung?

Das ist die Kartierung der letzten weißen Flecken auf der globalen Landkarte. Ein riesiges Abenteuer, dass für mich nicht spannender sein könnte.

Als Taxonom (Artenkundler) konzentriere ich mich auf die Isopoden (Tiefseeasseln), speziell auf die Vertreter der sogenannten Janiroidea. Die Janiroidea gehören, neben den Polychaeta, Copepoda und Nematoda, einer der individuenreichsten und diversesten Tiergruppen der Tiefsee an. Die Tiefseeasseln sind mit über 1800 Arten weltweit in allen Meeren vertreten. In Fragen der Besiedlung der Tiefsee und Verbreitung der Arten kommt diesem Taxon daher eine sehr große Bedeutung zu. 

Die Tiefseearten der Janiroidea sind zumeist nur wenige Millimeter (selten Zentimeter) groß, farblos und blind. Viele Arten sind feingliedrig gebaut, von bizarrer Form und meiner Meinung nach wunderschön.

Wissenschaftlicher Werdegang:

  • 1988 – 1996: Studium der Biologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • 1997 – 2000: Selbständiger Berater in Umweltfragen und Öko-Audit
  • 2000 – 2005: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum; Arbeitsschwerpunkte: Zoogeographie und Biodiversität der marinen Invertebraten des Atlantiks
  • 2000 – 2001: DFG-Projekt "Die benthische Makrofauna der Großen Meteorbank"
  • 2001 – 2005: DFG-Projekt "Breitengradabhängige Biodiversität der Isopoden der Tiefsee im Angolabecken", innerhalb des Forschungsvorhabens Diva-1
  • 2005: Promotion an der Ruhr-Universität Bochum; Titel der Dissertation "Diversität und Zoogeographie der Janiroidea der Angola-Tiefseeebene"
  • 2006: Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum; Arbeitsschwerpunkte: Ausbildung und Lehre in Fragen des marinen Ökosystems
  • 2007: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DZMB Wilhelmshaven und Projektleiterstelle (Finanzierung der eigenen Stelle) im DFG-Projekt "Zoogeographie und Biodiversität der Asellota der Tiefsee des Südostatlantiks (Kap-, Angola- und Guineabecken)" innerhalb des Forschungsvorhabens Diva-2

 

Weblinks:

Dr. Saskia Brix
Dr. Saskia Brix

Post-Doc beim deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB), am Standort Hamburg (Forschungsinstitut Senckenberg Biozentrum Grindel) verantwortlich für den Bereich Epifauna

Forschungsgebiete:

  • Taxonomie, Systematik und Biogeographie ausgewählter Isopoda (Crustacea) 
  • Molekulargenetische Analysen zu ausgewählten Isopodenfamilien aus CeDAMar Expeditionsmaterial (DIVA-2, KAPLAN, ANDEEP-SYSTCO)
  • Barcoding CeDAMar Isopoda
  • BIOICE Isopoda - Verbreitung und Taxonomie ausgewählter Taxa in Kooperation mit Prof. Dr. Jörundur Svavarsson, Reykjavik, Island

Wer denkt, Tiefseeasseln (Isopoda) seien langweilig, der hat sich geirrt. Die entfernten Verwandten unserer heimischen Kellerassel leben im ewigen kalten Dunkel der Tiefe unter extremem Druck und sind ausgesprochen divers und bizarr in Form und Gestalt. Diese Tiefseeasseln gehören fast alle zur Gruppe der Asellota. Sie sind zwar klein, aber bilden das dominierende Isopodentaxon in den Tiefseeebenen (Talebenen tiefer als 3000 m). Allein im Südpolarmeer sind über 80% der in den letzten Jahren gefangenen Arten bisher unbekannt. Ähnliche Ergebnisse liefern die im Südatlantik genommenen Proben. Momentan werden am DZMB neue Arten aus dem Südatlantik und dem Südpolarmeer beschrieben.

Die Arten- und Formenvielfalt ist extrem hoch. Auf der Grundlage verschiedener Proben aus dem Kap-, Angola- und Guinea-Becken sowie verschiedener Tiefseebereiche der Antarktis wird es erstmals möglich, eine vergleichbare detaillierte Analyse des abyssalen Benthos verschiedener Tiefseebecken entlang eines latitudinalen Gradienten durchzuführen. Dabei geht es u.a. um die Frage, über welche geographischen Entfernungen „species turnover“ (Ablösung von Arten) stattfinden kann. Die systematischen Arbeiten dienen als Grundlage für weiterführende genetische Untersuchungen, wobei nach Möglichkeit genetische Distanz räumlich getrennter Populationen analysiert werden soll. Bei dieser Forschung an den Asellota sollen beispielhaft an einer Gruppe folgende Fragen beantwortet werden: Welche Arten leben in der Tiefsee? Wie wurden die Tiefseebecken besiedelt und welche Ausbreitungswege gibt es?

Wissenschaftlicher Werdegang:

  • 1991 – 1996: Studium Diplom-Biologie an der Universität Rostock; Diplomarbeit: „Populationsdynamische und ökoparasitologische Untersuchungen an Corophium volutator in einem Küstengewässer der südlichen Mecklenburger Bucht“
  • 1996 - 1998: Mitarbeiterin im BMBF-Projekt „Parasiten in marinen Ökosystemen“, Taxonomische Untersuchungen an antarktischen Polychaeta
  • 1996 – 2001: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock, FB Biologie, Allgemeine und Spezielle Zoologie
  • 2000: Promotion zum Thema „Digene Trematoden und intermediäre Wirte in Flachwasserökosystemen der Ostsee“; Verleihung des „Joachim Jungius Förderpreises der Universität Rostock” für die beste Promotion des Jahres
  • 2001 – 2002: Postdoc-Stipendium des Deutschen Akademischen Austausch¬dienstes (DAAD) zum Forschungsaufenthalt in Sydney, Australien; Projekttitel: “Investigation of polychaete species of worldwide distribution – Genuine cosmopolitans, cryptic species or neozoa?”
  • 2002 – 2007: Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Offshore Windanlagen, Nordsee) und Laborleiterin (Arbeitsgruppe Benthos, Taxonomie mariner Invertebraten, speziell Polychaeta) am Institut für Angewandte Ökologie (IfAÖ) Forschungsgesellschaft mbH, Neu Broderstorf bei Rostock
  • Seit 2007: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung Hamburg (DZMB); verantwortlich für den Bereich Infauna

Weblinks:

Dr. Dieter Fiege
Dr. Dieter Fiege

Sektion Marine Evertebraten II, Abteilung Marine Zoologie, Frankfurt am Main

Borstenwürmer (Polychaeta), von denen derzeit ca. 10000 Arten bekannt sind, kommen in großer Zahl in allen marinen Lebensräumen vor. Sie zeigen nicht nur eine große Formenvielfalt in Anpassung an ihren Lebensraum bzw. an ihre jeweilige Lebensweise, sondern treten häufig auch in großen Individuendichten auf. Da sie neben Krebsen, Weichtieren und Fischen zu den häufigsten Tieren des Meeres gehören, sind sie ein bedeutender Faktor im marinen Nahrungsnetz, indem sie einerseits organische Substanz im Meeresboden wiederverwerten und andererseits selbst vor allem Fischen und Krebsen als Nahrung dienen.

Borstenwürmer spielen bei der Auflockerung des Meeresbodens, als Bioindikatoren, als unerwünschter Bewuchs an Schiffen und Hafenanlagen, als durch den Menschen verbreitete Neueinwanderer und als Schädlinge in Austernkulturen ebenso eine Rolle, wie als Forschungsobjekte für physiologische und entwicklungsbiologische Untersuchungen. Nicht zuletzt stellt die kommerzielle Zucht von Borstenwürmern als Angelköder auch einen Wirtschaftsfaktor dar.

Das Projekt DIVA (Latitudinale Gradienten der Biodiversität in der Tiefsee des Atlantiks) leistet einen Beitrag zur internationalen Erforschung der Biodiversität der Tiefsee im Rahmen der Programme CeDAMar (Census of the Diversity of Abyssal Marine Life (CeDAMar) (http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=3305) und Census of Marine Life (CoML) (http://www.coml.org), indem die Veränderung der Artenzusammensetzung entlang eines etwa 700 km langen Transektes in der Tiefsee des vor Namibia gelegenen Angola-Beckens untersucht wird. Hierdurch sollen Erkenntnisse über das Verbreitungsareal von Arten gewonnen werden, die dazu beitragen können, eine realistische Vorstellung der Artenvielfalt in den Tiefen der Ozeane zu entwickeln.

Weblinks:

Dr. Kai Horst George
Dr. Kai Horst George

Fachgebietsleiter Meiobenthonische Arthropda beim Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB)

Forschungsschwerpunkt: Phylogenetische und faunistische Biodiversitätsforschung der Harpacticoida (Crustacea: Copepoda)

Im Rahmen meiner Zuständigkeit für „meiobenthonische Arthropoda“ am DZMB in Wilhelmshaven beschäftige ich mich mit marinen Gliederfüßern, insbesondere mit Ruderfußkrebsen der Tiefsee. Das marine „Meiobenthos“, also die bodenlebende Kleintierfauna, kommt in allen Weltmeeren vor und spielt dort als Verwerter von organischem Material sowie als Nahrung für andere Organismen eine wichtige ökologische Rolle. Die in dieser Gruppe zusammengefassten Tiere weisen Körpergrößen zwischen 0,03 und 1 mm auf, sind also mit bloßem Auge kaum erkennbar. Neben den am häufigsten vorkommenden Fadenwürmern (Nematoda) bilden die bodenlebenden Ruderfußkrebse (Harpacticoida) die bedeutendste Gruppe. Studien vor allem der vergangenen zwanzig Jahre belegen, dass Harpacticoida in der Tiefsee in einer ungeheuer großen Artenvielfalt auftreten. Darüber hinaus zeigen jüngste vergleichende Untersuchungen, dass manche Tiefseearten offenbar sehr weit bis weltweit verbreitet sind – ein bemerkenswerter Umstand, der sich bisher noch nicht zufriedenstellend erklären lässt. Die Harpacticoida sind nämlich nahezu ihr ganzes Leben lang eng an den Meeresgrund gebunden und können deshalb weite Entfernungen (mehrere 1000 km) kaum durch Verdriftung in der Wassersäule überwinden. Ebenso wenig sind sie in der Lage, dies durch eigene Körperkraft zu leisten, weil sie dazu viel zu klein sind.

Meine Forschungen der Tiefsee-Harpacticoida konzentrieren sich in erster Linie auf ihre Erfassung, die Beschreibung neuer Arten und, darauf aufbauend, auf Untersuchungen zur Verbreitung und zum Ursprung dieser Arten, zur Zusammensetzung und Struktur von Artengemeinschaften in bestimmten Gebieten (z.B. in Tiefseebecken oder auf Seebergen), zur Stammesgeschichte (Phylogenie) und zur Ausbreitung der Arten und Artengruppen im Verlauf der Zeit (Biogeographie).

Wissenschaftlicher Werdegang:

  • 1987 – 1993: Studium der Diplom-Biologie an der Carl von Ossietzky-Universität, Oldenburg. Im Jahre 1991 Auslandssemester am Instituto de la Patagonia der Universidad de Magallanes, Punta Arenas, Chile
  • 1993: Graduation an der Carl von Ossietzky-Universität, Oldenburg: Harpacticoida (Crustacea, Copepoda) aus Chile und der Antarktis, unter besonderer Berücksichtigung der Ancorabolidae
  • 1993 – 1995: Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Aufenthalt am Instituto de Biología Marina der Universidad Austral de Chile in Valdivia, Chile; Forschungsthema: Quantitativer Vergleich der Harpacticoidenfauna von drei verschiedenen Stränden der Insel Chiloé (Chile)
  • 1995 – 1998: Doktorand in der AG Zoosystematik und Morphologie der Carl von Ossietzky-Universität, Oldenburg; Forschungsthema: Zoogeographische Beziehungen und Artendiversitätsvergleich zwischen der Harpacticoidenfauna der Antarktis und Patagoniens
  • 1999: Promotion an der Carl von Ossietzky-Universität, Oldenburg; Gemeinschaftsanalytische Untersuchungen der Harpacticoidenfauna der Magellanregion sowie erste similaritätsanalytische Vergleiche mit Assoziationen aus der Antarktis
  • 1999 – 2001: Postdoktorand in der AG Zoosystematik und Morphologie der Carl von Ossietzky-Universität, Oldenburg; Forschungsthema: Vergleichende Untersuchungen zur Herkunft, Zoogeographie und Artendiversität der benthischen Copepodenfauna der Großen Meteorbank
  • 2001: Leitender Direktor bei der chilenischen Umweltschutzstiftung „Fundación Otway“; Wissenschaftliche und technische Leitung der Schutz- und Forschungsstation sowie Management der bestehenden Kolonie von Magellanpinguinen (Spheniscus magellanicus) am Seno Otway, Punta Arenas, Chile
  • 2002 – 2006: Postdoktorand am Forschungsinstitut Senckenberg, Abteilung Deutsches Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung; Forschungsschwerpunkt: Systematik, Biogeographie und Faunistik mariner Meiofauna
  • Seit 2006: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut Senckenberg, Abteilung Deutsches Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung; Fachgebiet: Meiobenthonische Arthropoda

Weblinks:

Dr. Armin Rose
Dr. Armin Rose

Post-Doktorand / Theoretische Biodiversitätsforschung am Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB)

Forschungsgebiete:

  • Skalenabhängigkeit von Biodiversität
  • Methoden des Diversitätsvergleichs
  • Taxonomiebasierte Diversitätsmaße
  • Diversität im marinen und terrestrischen Umfeld

Meine derzeitige Forschung macht sich ein einzigartiges natürliches Experiment zunutze: das Aufbrechen des antarktischen Larsen B-Eisschelfgebietes im Zuge einer regionalen Klimaerwärmung. Als Initialstudie liefert das DFG-Projekt das Fundament für die Erforschung zukünftiger Veränderungen des Meiobenthos (Meeresbodenbewohner von 0,032 mm bis 1 mm Größe) in der betroffenen Region. Aktuell sollen Lebensgemeinschaften vom Innern des ehemals eisbedeckten Gebietes mit solchen von außerhalb verglichen werden. Auch soll untersucht werden, ob eine Ähnlichkeit der Schelfgemeinschaften des gering-produktiven Larsen B-Gebietes mit antarktischen Tiefseegemeinschaften, für die beim Makrobenthos bereits erste Hinweise vorliegen, auch beim Meiobenthos festzustellen ist. Weiterhin werden die Meiobenthos-Gemeinschaften eines kürzlich im Larsen B-Gebiet entdeckten „cold seep“ (Austritt von Methan und Sulphiden aus dem Meeresboden) erforscht, des bislang einzig bekannten vom antarktischen Schelf. Daraus ergibt sich erstmals die Möglichkeit, das Meiobenthos eines antarktischen „cold seep“ mit dem eines ähnlichen arktischen Lebensraums zu vergleichen. Schließlich werden als wichtige Datenbasis für Abschätzungen der Biodiversität in dieser Region Anzahl und Anteil neuer harpacticoider Ruderfußkrebsarten ermittelt. Die Projektergebnisse werden Auswirkungen des Klimawandels auf marine Lebensgemeinschaften eines besonders betroffenen Gebietes der Erde aufzeigen. Es sind sowohl neue Erkenntnisse zur Kolonisationsgeschwindigkeit des Meiobenthos in antarktischen Gewässern als auch zur Produktivitäts-Diversitäts-Hypothese zu erwarten.

Wissenschaftlicher Werdegang:

  • 1994: Biologie-Diplom an der Universität Oldenburg
  • 2000: Promotion an der Universität Oldenburg – Thema: „Räumliche und zeitliche Verteilungsmuster der Kurzflügelkäfer auf Nordsee-Düneninseln unterschiedlicher Sukzessionsstadien“
  • 1999 – 2001: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Oldenburger ‚Landesmuseum für Natur und Mensch’; Ausstellung: „Schatzkammer Artenvielfalt“
  • Seit 2002: Postdoktorand am Forschungsinstitut Senckenberg, Abt. DZMB

Weblinks:

Dr. Brigitte Ebbe
Dr. Armin Rose

Projekt CeDAMar, Deutsches Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung, Senckenberg am Meer, Wilhelmshaven

Das Projekt CeDAMar, das sich im Rahmen des Census of Marine Life (Volkszählung im Meer) mit dem Benthos der großen abyssalen Becken beschäftigt, hat auf die Vermittlung der Ergebnisse an die breite Öffentlichkeit genauso viel Wert gelegt wie auf die wissenschaftliche Forschung. Ich habe mich in den letzten 7 Jahren mit beiden Facetten befasst.
Mein wissenschaftliches Spezialgebiet sind marine Borstenwürmer, insbesondere die der Tiefsee. Vor dem Beginn von CeDAMar beruhten Schätzungen der Artenvielfallt der Tiefsee hauptsächlich auf Daten von Untersuchungen der Kontinentalabhänge. Hier machen Borstenwürmer etwa die Hälfte der Arten aus. Im Abyssal ist ihr Anteil geringer, aber die Artenvielfalt gleichwohl überraschend groß. Eines der Untersuchungsgebiete von CeDAMar ist die Tiefsee des Südozeans, die insofern besonders interessant ist, als sie im Gegensatz zum antarktischen Schelf mit allen Weltmeeren verbunden ist. Wir erwarteten daher, dass ein Faunenaustausch über den Zirkumpolarstrom hinaus stattfindet. Diese Erwartungen wurden bestätigt, zumindest für einige Tiergruppen, zu denen auch die Polychaeten gehören.
In der Öffentlichkeitsarbeit habe ich versucht, diesen aufregenden Lebensraum in die Klassenräume und Wohnzimmer zu bringen. Nach anfänglichern Schwierigkeiten war in den letzten Jahren das Medieninteresse sehr groß, und ich hoffe, dass wir damit dazu beitragen konnten, den Schutz dieser so fremden und weit entfernten Gebiete unseres Planeten zu fördern. Immerhin kommt der Sauerstoff in jedem zweiten Atemzug, den wir machen, aus dem Meer!

PD Dr. Dorte Janussen
Dr. Armin Rose

Leiterin der Sektion Marine Evertebraten I am Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg

Schwerpunkte: Tiefsee- und Polarforschung

Mein Forschungsgebiet ist die Gruppe der Schwämme. Dabei handelt es sich um bodenlebende festgewachsenen Tiere, die in allen Meeren erfolgreich und in großer Vielfalt verbreitet sind. Auch in der Tiefsee spielen die häufig großwüchsigen Schwämme eine wichtige ökologische Rolle, sowohl als Lebensraum für andere Organismen als auch aufgrund ihrer überwiegend filtrierenden Lebensweise, wobei sie kleinste Partikeln auf dem Wasser filtern, die später auch die mit ihnen vergesellschafteten Tiere zugute kommen.  Während der Tiefsee-Expeditionen können wir die Schwämme aus fast allen Boden-Sammelgeräten herausholen, aber besonders viele werden in den großen Schleppnetzen und Trawls hoch geholt. Etwa 1/3 der in der Tiefsee entdeckten Schwammarten sind für die Wissenschaft neu.  Die ökologische Rolle der Schwämme innerhalb der Lebensgemeinschaften auf den tiefen Meeresböden studieren wir beispielsweise durch optische (Video) Beobachtungen und biochemische Untersuchungen.

Wissenschaftlicher Werdegang:
•    Studium, Promotion, Habilitation: Freie Universität Berlin (FU)
•    1992-2001: Wissenschaftliche Mitarbeiterin in verschiedenen  DFG-Projekten, FU Berlin.
•    Seit 2001:  Leiterin der Sektion Marine Evertebraten I
•    Seit 2004: Provatdozentin am Johannes-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt am Main